Ehrenamt des Monats: Freiwillige sorgen für Skivergnügen im Sehmatal

30. Januar 2026
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Engagement für den Skisports und den Tourismus

Der Skiverein Sehmatal e. V. feiert 2026 sein 25-jähriges Bestehen. Im Auftrag der Kommune spurt der Verein Loipen rund um den Urlaubsort, betreibt den vor allem bei Familien beliebten Skilift am Paulusberg und kümmert sich im Vereinsheim auch um das leibliche Wohl der Gäste.

 

Um die 70 Mitglieder zählt der 2001 gegründete Verein. Unabhängig davon, ob sie dem Skisport noch aktiv nachgehen oder nicht: als Helfer und Förderer halten sie ihm die Treue. Gemeinsam sorgen sie zuverlässig für einen sicheren Skibetrieb am Lift und in den Loipen rund um das Sehmatal. Die ehrenamtlich Engagierten leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag zur Tourismusförderung sowie zur Aufrechterhaltung von Freizeitangeboten.

 

An vier Tagen pro Woche ist der Skilift in der Saison geöffnet – während der Winterferien in Sachsen, Brandenburg oder Berlin kann sogar täglich gefahren werden. Bis zu 30 Kilometer Loipen spuren die Mitglieder und schaffen so den Anschluss an das Netz der Skiwanderwege rund um Kurort Oberwiesenthal. Mit den Pflegearbeiten am Areal und am Vereinsgebäude, der Wartung der Technik und der Organisation des FIS-Rennens im Grasski gibt es für den Verein auch in der wärmeren Jahreszeit genug zu tun.

 

Tanja Dießl ist seit 2018 Präsidentin des Skivereins Sehmatal e. V. Im Interview gewährt sie einen tiefen Einblick mit wie viel Aufwand und Leidenschaft sich die Engagierten einsetzen, um Einheimischen, Tages- und Übernachtungsgästen ein bleibendes Wintersporterlebnis zu ermöglichen.

 

 

Diejenigen, die beim Stichwort Skiverein zuerst an Hüttengaudi und Aprés-Ski denken, müssen Sie enttäuschen, oder?

Tanja Dießl: „Leider ja. Unserem Verein und unseren Mitgliedern geht es in erster Linie um die Förderung des Skisports, insbesondere für Kinder und Jugendliche sowie die Förderung des Tourismus.“

 

Welcher Aufwand steckt hinter dem Liftbetrieb?

Tanja Dießl: „Bevor der Skibetrieb überhaupt losgehen kann, muss die gesamte Technik funktionieren. Das beginnt damit, dass am Lift die Gehänge angebracht werden und er alle zwei Jahre ein Überprüfung durch den TÜV erhält. Auch der Pistenbully braucht Wartung und Pflege. Die Instandhaltung der bautechnischen Anlagen und der Installationen, die die vier Schneekanonen mit Wasser und Strom versorgen, bedeuten ebenfalls einen sehr hohen Aufwand.“

 

Und dann kann beschneit und präpariert werden?

Tanja Dießl: „Wenn es die Witterungsverhältnisse zulassen ja. Allein dafür gibt es im Verein mehrere Verantwortliche. Für das Bedienen der Technik und das Präparieren der Piste braucht es entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten – ansonsten kann man auch schnell Schaden anrichten, der einen Skibetrieb unmöglich macht. Die Arbeiten leisten unsere Engagierten zusätzlich zu den Tageseinsätzen in den Abend- und Nachtstunden, weil in dieser Zeit die Temperaturen oft erst niedrig genug sind, damit die Piste auch anfrieren kann.“

 

Was muss noch passieren bevor der erste Skifahrer am Lift hängt?

Tanja Dießl: „Dafür muss das Kassensystem aufgebaut, die Drehkreuze mit den Scannern getestet, der Personaleinsatz organisiert und geplant sowie die Wechselgeldkasse vorbereitet werden. Auch eine Arbeitsschutzbelehrung muss durchgeführt werden. Um den Lift zu betreiben, braucht es zwei Personen, die sich aus Sicherheitsgründen stündlich mit zwei anderen abwechseln und zwei weitere für die Kasse, insgesamt also mindestens sechs. Zudem haben wir mehrere fleißige Vereinsmitglieder in der Küche, die einkaufen, Essen kochen und unsere Gäste mit Speis und Trank versorgen.“

 

Und das leisten die Engagierten des Skivereins Sehmatal alles im Ehrenamt?

Tanja Dießl: „Ja, der Großteil unserer Mitglieder ist berufstätig. Wir betreiben den Skilift im Auftrag der Kommune. Die Gemeindeverwaltung erhält die Einnahmen aus dem Liftbetrieb und finanziert darüber die Instandhaltungs- sowie Wartungsarbeiten oder notwendige Investitionen.“

 

Wie steht es aktuell um den Wettkampfbetrieb?

Tanja Dießl: „Das Teilnehmerfeld bei den Wettkämpfen ist in den letzten Jahren immer kleiner geworden. Zum einen liegt es daran, dass Sportlerinnen und Sportler alters- oder verletzungsbedingt nicht mehr aktiv sind, zum anderen ist auch das Interesse am Wettkampfbetrieb zurückgegangen. Trotz dessen würden wir im Winter einen Lauf ausrichten, wenn Piste, Personal und Witterungsverhältnisse dies zulassen. Darüber hinaus hat unsere Skipiste eine FIS-Zulassung für die Austragung von Wettkämpfen im Grasskifahren. In Kooperation mit dem Ehrenfriedersdorfer Skiverein e. V. und Lok Nossen veranstalten wir einmal im Jahr ein Rennen in den Disziplinen Slalom, Riesenslalom und Super-G.“

 

Wie gehen Sie mit den geringer werdenden Schneemengen um und was macht für Sie einen guten Winter aus?

Tanja Dießl: „Wir haben ja vor Ort die Möglichkeiten zu beschneien, dazu brauchen wir zwei Dinge: Wasser und Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt. Etwa vierzig Skitage wären ein guter Schnitt. Wenn das Wetter mitspielt und wir fünfzig schaffen, wäre das perfekt. Natürlich wäre es wichtig, wieder einmal einen Winter mit mehr Naturschnee zu haben. Dann könnten wir auch mal wieder unsere Weltmeisterschaft im Arschleder-Wettruscheln durchführen. Das ist einmalig in Neudorf. Der Begriff ist übrigens als Patent eingetragen und geschützt. Dafür brauchen wir aber vergleichsweise große Schneemengen, um die Bahnen zu präparieren.“

 

Bisher haben wir nur über die Arbeit gesprochen, die die Engagierten im Verein leisten. Wie steht es um das Vereinsleben?

Tanja Dießl: „Voranstellen möchte ich, dass ich sehr zufrieden bin, was den Zusammenhalt im Verein angeht. Mit Blick auf unsere Aufgaben ziehen alle an einem Strang und stecken sehr viel Herzblut in ihre Arbeit. Unser Vereinsleben findet während des Skibetriebs statt. Der Lift ist sozusagen auch ein sozialer Ort an dem wir zusammenkommen um gemeinsam Ski zu fahren, uns freuen einander zu sehen und uns austauschen. Im Verein bestehen viele langjährige freundschaftliche Verbindungen. Vor und nach der Saison veranstalten wir das Aus- bzw. Einwintern, sitzen nach dem Liftbetrieb auch mal noch auf ein Bier oder einen Glühwein zusammen oder treffen uns im Sommer zum Grillen.“

 

Für sein langjähriges und umfassendes Engagement zur Förderung des Skisports und des Tourismus wurde der Skiverein Sehmatal e. V. mit dem „Ehrenamt des Monats Dezember 2025“ ausgezeichnet. Er erhielt von der Fachstelle Ehrenamt des Erzgebirgskreises eine Urkunde, die erzgebirgische Holzfigur „HelD“ (Helfen und Danken) sowie eine Einladung zum Großen Regionalpreis des Erzgebirgskreises ERZgeBÜRGER.

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