Landrat Rico Anton nimmt Kreisstraßen unter die Lupe
Am 25. und 26. August 2025 verschaffte sich Landrat Rico Anton gemeinsam mit Rico Ott, Abteilungsleiter für Bau, Verkehr und Umwelt und Andreas Herold, Referatsleiter Straßen, erneut einen Überblick über den Zustand der Kreisstraßen im Kreisgebiet. Im Rahmen der umfangreichen und jährlich stattfindenden Exkursion standen abgeschlossene, aktuelle und geplante Straßenbaumaßnahmen im Fokus, über die sich mit den jeweiligen Akteuren vor Ort ausgetauscht wurde.
Die Straßenbauverwaltung des Erzgebirgskreises betreut ein weitläufiges Straßennetz von insgesamt rund 1.233 Kilometern, das sich aus 331 Kilometern Kreisstraßen, 586 Kilometern Staatsstraßen und 316 Kilometern Bundesstraßen zusammensetzt. Die regelmäßige Instandhaltung und der gezielte Ausbau dieser Verkehrswege sind entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung, den Tourismus sowie die Lebensqualität in der Region. Landrat Rico Anton:
Straßen sind die Lebensadern unseres ländlich geprägten Erzgebirgskreises, welche den unterschiedlichen Wirtschaftsverkehr, den vielfältigen Tourismus und das tägliche Miteinander tragen. Als Landkreis haben wir daher die besondere Verantwortung, unser eigenes Straßennetz zuverlässig zu erhalten und gezielt auszubauen. Die Besichtigung der aktuellen Maßnahmen zeigt, dass wir diesen Weg auch im Lichte der aktuell sehr schwierigen, finanziellen Situation bestmöglich beibehalten. Gleichzeitig liegt es mehr denn je in der Verantwortung des Freistaates, insbesondere den Erhalt seiner Staatsstraßen erfahrbar zu priorisieren.
Teil 1: Waschleithe, Rittersgrün, Hohndorf, Seifersdorf, Leukersdorf und Neukirchen
Am ersten Tag standen folgende Stationen im Mittelpunkt:
- Kreisstraße (K) 9113 Überbauerneuerung Brücke BW 06 in Waschleithe: Das Brückenbauwerk über dem Oswaldbach weist bauliche Schäden auf. Ein neuer Überbau aus Stahlbetonplatten, neue lastverteilende Auflagerbalken sowie Kappen mit Absturzsicherung, auf denen der Gehweg geführt wird, sorgen künftig für mehr Sicherheit. Die Maßnahme, durchgeführt von Connect Tief- und Ingenieurbau GmbH Wiesenburg, ist von Juli bis November 2025 bei einem Kostenvolumen von ca. 230.000 Euro geplant.
- K 9133 Fahrbahnerneuerung Rittersgrün-Breitenbrunn (1.–3. Bauabschnitt): Auf der Verbindung zwischen Breitenbrunn und Rittersgrün wird die Fahrbahn samt Entwässerungsanlagen in mehreren Bauabschnitten saniert. Neben der Sanierung der Fahrbahn in den Ortslagen Breitenbrunn und Rittersgrün in 2025 sowie der Erneuerung der freien Lage dazwischen in 2026, erfolgen begleitend Glasfaserverlegungen für enviaTEL sowie Reparaturen bei Versorgungsleitungen für den Zweckverband Wasserwerke Westerzgebirge (ZWW) Schwarzenberg. Die Gemeinde Breitenbrunn setzt in diesem Zusammenhang anschließende Einmündungen ihrer kommunalen Straßen instand. Eiffage Infra-Ost GmbH aus Drebach führt die Arbeiten bis Oktober 2025 aus, die Gesamtkosten liegen bei etwa 590.000 Euro.
- K 8806 Ersatzneubau Durchlassbauwerk 04 mit Fahrbahnerneuerung in Hohndorf: Die Rödlitzer Straße wird auf rund 570 Metern grundhaft erneuert, inklusive Gehwegen, Parkflächen, Entwässerung und Straßenbeleuchtung. Ein beschädigter Durchlass wird durch einen Neubau aus Fertigteilen ersetzt. Zudem erfolgt eine umfassende Neuverlegung aller Medienleitungen einschließlich der dazugehörigen Hausanschlussleitungen sowie die Neuerschließung mit einem Glasfaserleerrohrsystem. Die VSTR AG Rodewisch verantwortet das umfangreiche Projekt mit einem Gesamtbudget von rund 3,2 Millionen Euro. Die geplante Bauzeit läuft von März 2024 bis Dezember 2025.
- K 8806 Ausbau in Jahnsdorf OT Seifersdorf (1. Bauabschnitt, 1. Teilabschnitt): In der Ortslage Seifersdorf ist der Ausbau der Kreisstraße in mehreren Bauabschnitten geplant. Begonnen wurde auf der Pfaffenhainer Straße zwischen Dorfstraße und Lugauer Straße. Hierbei wird die Fahrbahn grundhaft ausgebaut, zudem für die Gemeinde Jahnsdorf der einseitige Gehweg und die Straßenbeleuchtung neu errichtet. Ein großer Leistungsumfang entsteht durch die Leitungsverlegungen der an der Baumaßnahme beteiligten Versorgungsträger RZV Lugau-Glauchau mit der Neuverlegung einer Trinkwasserleitung, der Mitnetz AG mit der Neuverlegung und Umverlegung von Kabelanlagen und dem ZWW Schwarzenberg mit seiner Mitverlegung von Regenwasserkanälen. Hinzu kommen Umverlegungen der Kabel der Telekom AG. Gemeinsam mit diesem Ausbau erfolgt eine Fahrbahnerneuerung durch die Gemeinde. Die Baudurchführung ist von April bis November 2025 geplant. Bauausführende Firma ist die Swing Tiefbau GmbH Großrückerswalde. Die Bau- und Entsorgungskosten inklusive den Anteilen von Gemeinde und allen beteiligten Versorgungsunternehmen betragen circa 1.200.000 €.
- K 8803 Ausbau in Leukersdorf (5. Bauabschnitt): Die Mittelbacher Straße wird auf 480 Metern mit einem 6 Meter breiten Fahrbahnbelag und einseitigem Gehweg grundhaft saniert. Die Entwässerungsanlagen und Straßenbeleuchtungen werden ebenfalls erneuert. EBG Bau GmbH Ehrenfriedersdorf arbeitet hier bis November 2025 mit einem Kostenaufwand von etwa 911.000 Euro.
- Staatsstraße (S) 239 mit Beteiligung des Landkreises am gemeinsamen Knotenpunkt der K 8811: Die S 239 in Neukirchen wird durch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LaSuV NL Zschopau) ab dem Knotenpunkt mit der K 8811 bis in Richtung Klaffenbach auf einer Länge von 1.180 Metern grundhaft ausgebaut. Die Baumaßnahme umfasst Gehwege, Parkflächen und Versorgungsleitungen sowie eine Neugestaltung des Knotenpunkts mit Kreisverkehr und separater Busspur. Die Baudurchführung hat Mai 2024 begonnen und soll Dezember 2025 beendet werden. Bauausführende Firma ist die EBG Bau GmbH Ehrenfriedersdorf. Der Kostenumfang für den Erzgebirgskreis beträgt circa 200.000 €, wobei der Knotenpunktausbau zu 80% durch den Freistaat Sachsen gefördert wird, sprich der Landkreis hat diesbezüglich mit Kosten in Höhe von rund 40.000 € zu rechnen.
Teil 2: Forchheim und Großolbersdorf
Am zweiten Tag wurden folgende Baumaßnahmen begutachtet:
- K 8113 Ausbau in Forchheim: Hier werden eine Brücke und zwei Stützmauern infolge baulicher Schäden wieder instandgesetzt. Das Brückenbauwerk über dem Forchheimer Bach erhält einen neuen Stahlbetonüberbau sowie neue Kappen mit Absturzsicherung. Die Fahrbahn wird auf etwa 100 Metern mit einem neuen 30 cm dicken Asphaltaufbau erneuert. Die im Baufeld vorhandenen Kabel der Telekom und Energieversorgung werden neu verlegt. Für die Trink- und Abwasserleitungen müssen deren Straßeneinbauten angepasst werden. Für eine künftige Glasfaserversorgung werden zudem im Vorfeld Leerrohre mitverlegt. Die Chemnitzer Verkehrsbau GmbH führt das Projekt von Mai bis November 2025 mit Kosten von rund 640.000 Euro durch.
- K 8170 Ausbau in Großolbersdorf (2. Bauabschnitt): In der Ortsmitte entsteht an der Kreuzung K 8150/K 8170 ein neuer Kreisverkehr, der den bisherigen unübersichtlichen Knotenpunkt verkehrssicherer macht. Zudem wird der 96 Meter lange Bachdurchlass unter der Kreuzung durch einen größeren Stahlbetonfertigteil-Durchlass ersetzt. Gehwege und Versorgungsleitungen werden ebenfalls neu hergestellt. Das Projekt wird voraussichtlich von Mai 2025 bis Dezember 2026 von der Chemnitzer Verkehrsbau GmbH realisiert, bei Kosten von 2,1 Millionen Euro.





