Masterplan Chemnitz/Südwestsachsen geht in entscheidende Phase
Wie bleibt Südwestsachsen auch unter veränderten wirtschaftlichen und demografischen Bedingungen wettbewerbsfähig? Mit dieser Frage haben sich die Landräte des Erzgebirgskreises, Mittelsachsens, des Vogtlandkreises und des Landkreises Zwickau sowie der Chemnitzer Oberbürgermeister gemeinsam mit Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft in Annaberg-Buchholz befasst.
Im Anschluss an die gemeinsame Beratung wurde im Rahmen einer Pressekonferenz über den aktuellen Projektstand, die strategischen Schwerpunkte und die nächsten Schritte informiert. Mit dem Masterplan Chemnitz/Südwestsachsen soll die Region für die kommenden 15 Jahre wirtschaftlich zukunftsfest aufgestellt werden. Im Fokus stehen insbesondere die Transformation der Automobil- und Zulieferindustrie, Innovation, Infrastruktur, Wachstum und Fachkräftesicherung.
Nach mehreren Beratungen in diesem Jahr geht das Vorhaben nun in eine entscheidende Phase: Bis zum 31. August 2026 können Unternehmen und weitere Akteure Projektideen einreichen. Anschließend werden die Vorhaben priorisiert. Für die Umsetzung stehen insgesamt 100 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes zur Verfügung.
Die endgültige Auswahl der Projekte soll Mitte November erfolgen. Noch vor dem Jahreswechsel wird der Masterplan den Kreisräten und dem Chemnitzer Stadtrat vorgestellt. Im Januar 2027 soll anschließend das sächsische Kabinett über die konkreten Vorhaben entscheiden.
„Südwestsachsen ist eine der wichtigsten Industrieregionen Ostdeutschlands. Wenn der Motor Südwestsachsen stottert, geht es ganz Sachsen nicht gut“, erklärt Erzgebirgslandrat Rico Anton. „Deshalb müssen wir jetzt gemeinsam die richtigen Weichen stellen. Wir brauchen eine Wirtschaft, die flexibel auf Veränderungen reagieren kann, Innovationen hervorbringt und auch künftig gute Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region sichert. Der Masterplan soll dafür eine gemeinsame strategische Grundlage schaffen und konkrete Projekte auf den Weg bringen. Die 100 Millionen Euro verstehen wir dabei vor allem als Anschub, um wichtige Entwicklungen anzustoßen und zusätzliche Investitionen zu mobilisieren.“
Mit dem Masterplan wollen die fünf Gebietskörperschaften ihre Kräfte bündeln und Südwestsachsen langfristig als starken, technologieorientierten und wertschöpfungsintensiven Industriestandort positionieren.
SP
