100 Tage im Amt – Landrat Anton zieht erste Bilanz

09. November 2022
Neuigkeiten Pressemitteilungen

Seit dem Amtsantritt standen v. a. Krisenmanagement, zahlreiche Termine sowie die Einarbeitung in Strukturen und Aufgaben der Landkreisverwaltung auf der Agenda des Landrates.

Am 1. August 2022 hat Rico Anton (CDU) das Amt des Landrates des Erzgebirgskreises angetreten – ziemlich genau vier Wochen nachdem er aus dem zweiten Wahlgang der Landratswahl mit der relativen Mehrheit von 40,1 % der Stimmen als Sieger hervorgegangen war. Heute, exakt 100 Tage nach Amtsantritt, zieht er eine erste Bilanz. Was wurde erreicht? Welche Herausforderungen bestimmen den Alltag? Welche Maßnahmen wurden bereits eingeleitet, welche sind für die nähere Zukunft geplant? Nachfolgend ein Überblick zu diesen und weiteren Aspekten.

„Fühle mich im Amt angekommen!“

„Ich arbeite gern in meiner neuen Funktion und fühle mich im Amt angekommen“, so das Fazit von Landrat Anton mit Blick auf die ersten 100 Tage im Amt. In dieser Zeit habe er als neuer Dienstherr von knapp 1.850 Beschäftigten der Landkreisverwaltung versucht, sich zunächst einmal einen Überblick über die vielfältigen Aufgaben und teils kleinteiligen Strukturen „seiner“ Verwaltung zu verschaffen und sich in die drängendsten Verfahren einzuarbeiten. „Hierbei konnte ich auch auf meinen langjährigen Amtsvorgänger Frank Vogel (CDU) vertrauen, von dem ich nicht nur ein gut geführtes Haus und ein belastbares Büro-Team übernommen habe, sondern der auch für fachliche Fragen insbesondere zu laufenden Verwaltungsverfahren stets zur Verfügung stand. Hierfür bin ich Alt-Landrat Vogel sehr dankbar“, so der neue Landrat.

Neben der fachlichen Einarbeitung bestimmten zahlreiche Termine und (Antritts-) Besuche bei verschiedenen Unternehmen, Vereinen und Verbänden die ersten 100 Tage. Er habe dabei versucht sowohl inhaltlich als auch regional ausgewogen Termine wahrzunehmen, um so einen möglichst breiten Eindruck von den derzeit dominierenden Themen gewinnen zu können, so Landrat Anton. Zugleich betont er aber auch, dass er allein aufgrund der Größe des Erzgebirgskreises nicht überall sein könne: „An manchen Tagen könnte ich einzelne Zeitfenster mit vier oder fünf Terminen gleichzeitig belegen, da muss man schon priorisieren und gezielt Schwerpunkte setzen.“ Das sei zwar manchmal stressig gewesen, so Landrat Anton, die offene Kommunikation mit den verschiedensten Akteuren habe es aber auch ermöglicht, zentrale Herausforderungen zeitnah zu erkennen und daraus konkrete Maßnahmen der Landkreisverwaltung abzuleiten oder damit gezielt Druck auf die „politische Ebene“ in Bund und Land auszuüben.

Einstieg in schwierigen Zeiten – Landrat als Krisenmanager gefragt

Derzeit dominieren vor allem Krisen und deren Auswirkungen den Alltag vieler Menschen und den der ortsansässigen Unternehmen, Vereine und Verbände. Gleichwohl der Landkreis hierbei mitunter weniger Akteur, sondern meist auch Betroffener ist, muss die Landkreisverwaltung mit dem Landrat an der Spitze angesichts der größtenteils parallel auftretenden Herausforderungen handeln. Dies galt und gilt z. B. bei der Bewältigung der Energiekrise, im Hinblick auf die Folgen stetig steigender Flüchtlingszahlen oder angesichts der andauernden Corona-Pandemie. Mit Blick auf diese und weitere Herausforderungen wurde in verschiedener Art und Weise gehandelt. So hat der Landkreis etwa seine Katastrophenschutzstrukturen nochmals kritisch hinterfragt und mit Blick auf ggf. auftretende Szenarien wie etwa einer Gas-Mangellage, eines Blackouts oder eines großflächigen Waldbrandereignisses angepasst. Hierzu fanden u. a. verschiedene Austauschformate sowohl mit den Einsatzkräften des örtlichen Katastrophenschutzes als auch mit den kreisangehörigen Kommunen statt.

Darüber hinaus setzte Landrat Anton vor allem auf die kommunalen Spitzenverbände, d. h. den Sächsischen Landkreistag (SLKT) und den Sächsischen Städte- und Gemeindetag (SSG), um Druck auf die politischen Verantwortlichen aufzubauen. „Dabei hilft natürlich auch mein persönliches Netzwerk nach Dresden und Berlin, welches ich mir in meiner Zeit als Abgeordneter des Sächsischen Landtages aufgebaut habe, um dem einen oder anderen Problem niederschwellig zu begegnen“, so Landrat Anton, der zudem die große Geschlossenheit der „kommunalen Familie“ im Erzgebirgskreis als wichtige Stütze des Krisenmanagements der Landkreisverwaltung betont.

Neben der Unterstützung von Bürgern, Unternehmen oder Kommunen ist die Landkreisverwaltung wie angedeutet auch Betroffener der aktuellen Entwicklungen. So belasten beispielsweise hohe Energiepreise den Kreishaushalt, die z. B. durch entsprechende Verbräuche in den Verwaltungsgebäuden anfallen. Ebenso bedarf es für das Aufwachsen von Verwaltungsaufgaben etwa in den Bereichen Wohngeld, Asylbewerberleistungen oder Soziale Hilfen zusätzlichen Personals – auch das bedeutet Organisationsaufwand, verursacht Kosten und bindet personelle Ressourcen, die eigentlich an anderer Stelle benötigt würden. „Hier bedarf es neben der Einstellung neuen Personals v. a. auch verstärkter Anstrengungen zur Digitalisierung unserer Verwaltungsprozesse, um den auftretenden Herausforderungen mit effizienteren Verfahren begegnen zu können“, so Landrat Anton. Ebenfalls dringt der Landrat darauf, die Investitionen v. a. in die die zentralen Infrastrukturen wie z. B. Straßen, Breitband, Schulen etc. trotz der schwierigen Haushaltslage mutmaßlich kreditfinanziert fortzuführen: „Die öffentliche Hand sollte gerade in Krisenzeiten investieren. Dies gilt v. a. vor dem Hintergrund, dass unterlassene Investitionen in Bautätigkeit letztlich größere Schulden in der Zukunft bedeuten können. Wir werden daher versuchen, die Investitionen auf einem finanzpolitisch vertretbaren Niveau zu halten.“ Hierbei seien aber auch Bund und Land gefordert, die Landkreise zu unterstützen und mit den entsprechenden Mitteln auszustatten. Passiert dies nicht, wird die Übertragung immer neuer Aufgaben ohne die dafür nötige finanzielle Kompensation bereits mittelfristig zur Überforderung der kommunalen Ebene und damit perspektivisch zu Leistungseinschränkungen führen. Dies gelte es – nicht nur mit Blick auf den Erzgebirgskreis – um jeden Preis zu verhindern, so Landrat Anton.

Ausblick – Digitalisierung ausbauen, Bürgerkommunikation intensivieren & Austausch fördern

Wie bereits angedeutet wird ein Schwerpunkt bei den zukünftigen Bemühungen auf der Fortsetzung der Digitalisierung von Verwaltungsdienstleistungen liegen. Neben dem daraus resultierenden Informations- und Servicegewinn für die Nutzer liege darin auch eine Chance für die Verwaltung, die eigene Effizienz zu steigern und dadurch personelle wie finanzielle Ressourcen für die Bewältigung anderer Aufgaben oder für strategische Neuausrichtung einzelner Prozesse zu gewinnen, so der neue Landrat. Mit der Einführung der E-Rechnung, dem Online-Terminbuchungssystemen in stark frequentierten Bereichen wie z. B. der Kfz-Zulassung oder der Anbindung der Homepage des Landkreises an das sächsische Online-Service-Portal Amt24 sind bereits wichtige Schritte in diese Richtung gegangen worden. „Diese Bemühungen wollen wir in Zukunft intensivieren und das Landratsamt als digitale Behörde weiterentwickeln“, so der Landrat.

Neben den Verwaltungsdienstleistungen soll auch die Bürgerkommunikation an das veränderte Nutzungsverhalten angepasst werden. So plant der Landkreis u. a. die Entwicklung einer Landkreis-App, die den Bürgerinnen und Bürgern bereits ab dem kommenden Jahr 2023 als neuer Informations- und Kommunikationskanal sowie als Serviceplattform zur Verfügung stehen soll. Damit werde dem Smartphone-Trend Rechnung getragen, so Landrat Anton, der aber zugleich betont, dass auch die „traditionellen“ Informationswege wie etwa der regelmäßig erscheinende „Landkreiskurier“ oder die zahlreichen Fachbroschüren und Flyer der einzelnen Fachbereiche in gedruckter Form beibehalten werden sollen. Gleiches gelte auch für die etablierten Fachveranstaltungen wie z. B. die Jahrestreffen der ehrenamtlichen Naturschützer, der Denkmalpfleger oder der Netzwerkpartner des „Präventiven Hilfesystems“. Diese und zahlreiche weitere Veranstaltungen – an dieser Stelle sei exemplarisch auf den Wirtschaftstreff „Summer Lounge“, die regelmäßigen Auszeichnungsveranstaltungen langjähriger Feuerwehr-Kameraden oder die jährliche Gala zur Verleihung des „ERZgeBÜRGERS“ hingewiesen – seien laut Landrat Anton immer auch als wichtige Plattformen für Kommunikation und Austausch sowie zur Würdigung des Ehrenamtes zu sehen, die es dauerhaft zu erhalten gelte. Darüber hinaus sind weitere Dialog- und Austauschformate denkbar, man dürfe aber auch nicht in Aktionismus verfallen, sondern müsse stets konkrete Ziele im Blick behalten und dafür in geeigneter Form gemeinsam nach Lösungen suchen, so der Landrat.

Weitere Informationen

Die Landkreisverwaltung informiert regelmäßig über wichtige Themen der Verwaltung, Termine des Landrates oder zu Veranstaltungen des Erzgebirgskreises. Nutzen Sie gern wie gehabt unsere verschiedenen Medienkanäle – Homepage, Landkreiskurier, unseren YouTube-Kanal und demnächst unsere Landkreis-App – um sich einen Überblick zu verschaffen. Zudem steht Ihnen das Team der Pressestelle gern in bewährter Art und Weise für Ihre Fragen zur Verfügung.

 

PM/SP

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