Deutschland probt mit bundesweitem Warntag erneut den Ernstfall

18. November 2022
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Cell Broadcast System wird erstmals getestet. Auch Erzgebirgskreis beteiligt sich.

Am 8. Dezember 2022 findet nach 2020 erneut ein bundesweiter Warntag statt. Dazu werden in ganz Deutschland Warn-Apps piepen, Sirenen heulen, Rundfunkanstalten ihre Sendungen unterbrechen und Probewarnungen auf digitalen Werbetafeln erscheinen. Zudem wird erstmals das sogenannte Cell Broadcast System getestet. Dieses System ermöglicht über die Mobilfunknetze Warnmeldungen zu übermitteln. Der erstmalige Test im Rahmen des bundesweiten Warntages 2022 zielt dabei v. a. darauf ab, wichtige Erkenntnisse für die flächendeckende Einführung des Systems bis zum vorgesehenen Wirkbetrieb im Februar 2023 zu gewinnen. Zugleich soll diese Gelegenheit genutzt werden, um den Menschen in Deutschland das System mit einer Testnachricht bekannt zu machen.

Um die Warnung insbesondere bei der Einführung des neuen Warnkanals Cell Broadcast zu optimieren, spielt die Rückmeldung der Bevölkerung als Empfänger der Warnmeldungen eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund wird die Bevölkerung am bundesweiten Warntag und in den darauffolgenden Tagen gebeten, ihre Erfahrungen mit Cell Broadcast und mit den weiteren Warnmitteln im Zuge einer Umfrage mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zu teilen. Die Möglichkeit zum Feedback wird es ab 8. Dezember 2022 auf der Website warnung-der-bevölkerung.de, in der Warn-App NINA, auf der Unterseite zum bundesweiten Warntag auf bbk.bund.de und auf den Social-Media-Kanälen des BBK geben. Die Unterstützung der Bevölkerung hilft dabei, die Einführung von Cell Broadcast als Warnmittel schon während der Testphase zu verbessern und das Warnsystem insgesamt sicherer zu machen.

Handynutzerinnen und -nutzer für den neuen Warnkanal Cell Broadcast zu sensibilisieren, ist von hoher Bedeutung. Denn die Menschen stehen als Adressaten im Mittelpunkt der Warnung. Sie sind wichtige Akteure im Warnprozess und Teil der Sicherheitspartnerschaft. Eine erfolgreiche Warnung verbindet Menschen und Technik. Sie muss von den Menschen wahrgenommen und in ihrer Dringlichkeit angemessen eingeschätzt werden, um ihnen die Möglichkeit zu geben sich selbst schützen zu können. Der bundesweite Warntag bietet hierfür einen idealen Anlass.

Der Warntag ist ein bewusster Stresstest für die Warninfrastruktur in Deutschland. Im Alltag laufen die Warnsysteme zuverlässig. Ein Stresstest unter besonderen Bedingungen ist dennoch nötig für die Härtung und Weiterentwicklung des Warnsystems. Der Warntag soll daher ganz gezielt dabei helfen, Optimierungspotenziale zu identifizieren. Dies gilt insbesondere für die Einführung des neuen Warnkanals Cell Broadcast. Der Warntag ist der Beginn einer intensiven operativen Testphase für diesen neuen Warnkanal. In dieser Testphase ist noch kein vollständiger Wirkbetrieb vorgesehen und es werden nicht alle Handynutzerinnen und -nutzer in Deutschland eine Warnmeldung über Cell Broadcast empfangen können.

Cell Broadcast kommt jetzt als ergänzender Kanal für Warnmeldungen hinzu, der es ermöglicht, Warnungen einfach, schnell, zielgenau und datensparsam an eine große Anzahl von Menschen zu versenden. Der Kanal ist daher ideal für eine Alarmierung im Notfall. Die Übersendung von Warnmeldungen über Cell Broadcast ist ein anonymes Verfahren, welches die Empfangsbereitschaft des Mobilfunkendgerätes in einer Funkzelle des Mobilfunknetzes nutzt. So können in einem potenziellen Gefahrengebiet befindliche Mobilfunkendgeräte mit einer Warnmeldung angefunkt werden, ohne dass eine vorherige Registrierung oder Angabe von personenbezogenen Daten notwendig ist.

Informationen zum Ablauf | Rückfragen

Am 8. Dezember 2022 wird um 11:00 Uhr eine Probewarnung an alle Warnmultiplikatoren (z. B. Rundfunksender, App-Server, Mobilfunkbetreiber) geschickt, die am Modularen Warnsystem (MoWaS) des Bundes angeschlossenen sind. Die Warnmultiplikatoren versenden die Probewarnung in ihren Systemen bzw. Programmen an Endgeräte wie Radios und Warn-Apps (z. B. die Warn-App NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes)), auf denen die Bürgerinnen und Bürger die Warnung lesen, hören oder wahrnehmen. Parallel werden auf Ebene der Länder, in den Landkreisen und in den Kommunen verfügbare kommunale Warnmittel ausgelöst (z. B. Sirenen, Lautsprecherwagen etc.).

Die entsprechende Entwarnung zur Bundesweiten Warnmeldung ist für 11.45 Uhr vorgesehen.

Für Rückfragen insbesondere im Vorfeld des bundesweiten Warntages steht das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zur Verfügung. Die Kontaktdaten zum Bundesamt sowie weitergehende Informationen zu den verschiedenen Warnkanälen und zum Warntag 2022 finden sich auf der Website www.bbk.bund.de.

Ebenso stehen die Beschäftigten des Sachgebietes Katastrophenschutz im Landratsamt Erzgebirgskreis für Rückfragen zur Verfügung. Generelle Informationen zum Katastrophenschutz im Erzgebirgskreis finden sich ebenfalls auf der Website der Kreisverwaltung unter: www.erzgebirgskreis.de/katastrophenschutz.

 

PM/JB

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