„Ehrenamt des Monats: Die Musik als Wegbereiter“

10. Juni 2024
Pressemitteilungen

Mit vorbildlichem Einsatz hat Udo Brückner tiefe Spuren in der Förderung von Kultur und Tourismus hinterlassen.

Vielseitig engagiert, verbindet er Musik, Kultur und Traditionspflege und schenkt damit vielen Menschen wertvolle Momente: Seit 40 Jahren ist Udo Brückner Mitglied im Musikkorps der Stadt Olbernhau – davon seit unglaublichen 33 Jahren in der Funktion als organisatorischer Leiter und Vorsitzender. Als Kreisstabführer engagiert er sich im Kreisfeuerwehrverband für die Interessen der Musikzüge der Feuerwehr, als Vorstand im Saigerhüttenverein Olbernhau-Grünthal e. V. und seit 2018 im Vorstand des Sächsischen Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine e. V.

 

Als Erzgebirger mit Leib und Seele liegen Udo Brückner die Kulturförderung und die Pflege der berg-  und hüttenmännischen Tradition besonders am Herzen.

 

Der Vorsitzende des Musikkorps der Stadt Olbernhau hat frühzeitig erkannt, dass der Jugend- und Nachwuchsarbeit eine zentrale Rolle zukommt, will man als Orchester auch für die Zukunft gut aufgestellt sein. Den Probenbetrieb der insgesamt 66 Mitglieder und die mehr als 40 Auftritte im Jahr gilt es für ihn zu koordinieren.

 

Seit 2021 trägt er als ehrenamtlicher Geschäftsführer des Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine e. V. eine hohe Verantwortung für den Erhalt einer lebendigen Bergbautradition in Sachsen und tritt für die Interessen seiner Mitglieder ein. Allein die Antragstellung und Abrechnung der Vorhaben des Dachverbandes erfordern einen hohen zeitlichen Aufwand. Bei der Organisation zahlreicher Veranstaltungen, u. a. dem 6. Sächsischen Bergmanns-, Hütten- und Knappentag 2022 und dem Welterbetag 2024 anlässlich fünf Jahre Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří hat sich der gebürtige Olbernhauer um die Heimat- und Brauchtumspflege verdient gemacht.

 

„In vier Jahrzehnten seines Wirkens hat Udo Brückner als Engagierter und Führungspersönlichkeit im Ehrenamt mit vorbildlichem Einsatz tiefe Spuren in der Förderung von Kultur und Tourismus in unserem Landkreis hinterlassen.“, lobt Landrat Rico Anton seinen unermüdlichen Einsatz.

 

Auf Vorschlag des Vorsitzenden des Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine e. V., Herrn Ray Lätzsch, wurde Udo Brückner im Rahmen des UNESCO-Welterbetages mit dem „Ehrenamt des Monats Mai“ ausgezeichnet. Er erhielt von der Fachstelle Ehrenamt des Erzgebirgskreises eine Urkunde, die erzgebirgische Holzfigur „HelD“ (Helfen und Danken) sowie eine Einladung zum Großen Regionalpreis des Erzgebirgskreises ERZgeBÜRGER.

 

Um ein noch besseres Bild von seinem Engagement zu bekommen, hat die Fachstelle Ehrenamt mit Udo Brückner ein ausführliches Interview geführt.

 

Womit hat Ihr ehrenamtliches Engagement seinen Anfang genommen?

Herr Brückner: „Mein Weg ins Ehrenamt führte über die Musik. Das Blasorchester des damaligen VEB Blechwalzwerk Olbernhau hat die musikalische Ausbildung von Jugendlichen gefördert. Somit hatte ich die Möglichkeit, das Spielen des Tenorhorns zu erlernen. Mit dem Eintritt in das Orchester 1984 habe ich begonnen, mich ehrenamtlich zu engagieren.“

 

Welches Ihrer verschiedenen Ehrenämter hat Sie am meisten geprägt?

Herr Brückner: „Über die Gesamtdauer gesehen, ist es das Engagement im Musikkorps der Stadt Olbernhau gewesen. Nach der politischen Wende haben wir 1991 einen Neustart als Feuerwehrorchester gewagt, was für mich als damals 20-jährigen mit vielen Herausforderungen verbunden war. Neben den bisher genannten, begleite ich im Brieftaubenverein 09705 Olbernhau, im Reiseversicherung der Brieftaubenzüchter Freiberg-Sachsen e. V. und im Kleingartenverein „Am Forstgarten“ Olbernhau e. V. weitere Ehrenämter im Vorstand.“

 

Ein ganzes Orchester beisammen zu halten, unterschiedliche Interessen zu verbinden und dann noch erfolgreich zu musizieren, ist sicher nicht immer einfach. Was sind die Schlüsselfaktoren, um das als Führungspersönlichkeit im Ehrenamt hin zu bekommen?

Herr Brückner: „Man muss sich stets Gedanken zum Fortbestand des Orchesters machen. Um diesen zu sichern, haben wir alles darangesetzt, ständig neue Musikerinnen und Musiker auszubilden. Dazu ist es wichtig, Kinder und Jugendliche bereits im Vorschulalter an die Musik heranzuführen, unabhängig für welches Instrument sie sich später entscheiden. Um diese Herausforderung meistern zu können, braucht es ein Team aus Mitstreiterinnen und Mitstreitern im Vorstand, die sich gemeinsam für die Belange des Klangkörpers einsetzen und gleichzeitig verständnisvolle Familien, die den Verantwortlichen den Rücken stärken.“

 

Als Hüttenmann haben Sie den Rang eines Hüttenmeisters. Gibt es historische Bezüge zu Ihrem Engagement in der Gegenwart?

Herr Brückner: „1836 wurde erstmals ein Orchester im Zusammenhang mit der Saigerhütte erwähnt, das 1937 aufgelöst wurde. Auch wenn das Orchester des ehemaligen Blechwalzwerks 1950 offiziell neu gegründet wurde, können wir als Musikensemble auf eine weitaus längere Tradition zurückblicken, die wiederum mit dem Olbernhauer Hüttenwesen untrennbar verbunden ist.“

 

Welche Aufgaben hat man als Kreisstabführer im Kreisfeuerwehrverband?

Herr Brückner: „Meine Aufgabe ist es, die Interessen der mittlerweile acht Feuerwehrorchester und ihrer Mitglieder im Erzgebirgskreis zu vertreten. Die wenigsten unserer Musikerinnen und Musiker stehen im aktiven Feuerwehrdienst. Dennoch sind die Feuerwehrorchester mehr als nur schmückendes Beiwerk. Sie sind wichtig für die Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehren und integraler Bestandteil der Traditionspflege unserer Brandschützer.“

 

Wir haben erfahren, dass das Engagement beim Musikkorps der Stadt Olbernhau und die Pflege des berg- und hüttenmännischen Brauchtums bei Ihnen Familiensache ist?

Herr Brückner: „In der Tat. Meine Frau habe ich im Musikkorps kennengelernt. Unsere beiden Söhne durchlaufen auch eine musikalische Ausbildung und der ältere von beiden wird im Herbst in das Orchester eintreten. Beide laufen auch von Kindesbeinen an auf den Bergparaden mit.“

 

Welche Bedeutung messen Sie dem Ehrenamt mit Blick auf den Welterbetitel des Erzgebirges zu?

Herr Brückner: „Ohne unser vielfältiges Ehrenamt würde sich die Welterberregion nur durch Landschaft und Gebäude definieren. Die Menschen im Ehrenamt füllen es überhaupt erst mit Leben. Eine Traditionspflege wäre ohne die vielen freiwillig Engagierten nicht möglich und vieles wäre wohl schon seit langem in Vergessenheit geraten.“

 

Welche Ziele möchten Sie mit Ihrem Engagement in Zukunft noch erreichen?

Herr Brückner: „Als Geschäftsführer des Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine e. V. ist es mein Ziel, weiterhin die Interessen unserer Mitglieder zu stärken. Gemeinsam mit der Montanregion und den Kommunen muss es uns gelingen, die berg-  und hüttenmännischen Traditionen unserer Region weiter aktiv zu pflegen. Die Bergparaden sind ein wichtiger Bestandteil – für diese gilt es eine solide wirtschaftliche Basis zu schaffen.“

 

 

Quelle: Fachstelle Ehrenamt / wu

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