"Einfälle für Abfälle": Berufsschulzentrum gewinnt Jury-Sonderpreis

02. Mai 2023
Neuigkeiten

Vom Rohstoff zum Schulstoff – Ideenwettbewerb „Einfälle für Abfälle“ prämiert clevere Upcycling-Mode des BSZ Schneeberg/Schwarzenberg. 

Dass Umweltschutz auch kreativer Unterrichtssoff sein  kann,  haben  28  Kursteilnehmer  und  ihre  Pädagogen  am  Berufsschulzentrum  für Ernährung, Sozialwesen und Wirtschaft des Erzgebirgskreises in Schneeberg/Schwarzenberg bewiesen.  Für  ihre  außergewöhnlichen  Leistungen  haben  sie  am  Mittwoch  den  Jury-
Sonderpreis des Ideenwettbewerbs „Einfälle für Abfälle“ des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Südwestsachsen  (ZAS)  erhalten.  Birgit  Baumann,  die  Bereichsleiterin Abfallwirtschaft  vom Ausrichter ZAS, überreichte den 500-Euro-Scheck samt Urkunde an Schulleiterin Catherina Martin und die pädagogische Projektleiterin, Dr. Katja Gries.  
 

„Die  Mitglieder  unserer  Jury  haben  einerseits  die  Tiefe  des  Herangehens  an  das Unterrichtsthema Upcycling beeindruckt und andererseits die Kreativität in der Ausführung der einzelnen  Mode-Ensembles  aus  recycelten  Rohstoffen  und  Materialien“,  begründet  Birgit Baumann, Bereichsleiterin Abfallwirtschaft vom ZAS, die Vergabe des Sonderpreises an das Berufsschulzentrum.  
 
„Innerhalb  des  Kunstunterrichts  haben  die  Schülerinnen  und  Schüler  der  Klassenstufe  12 abgestimmt,  welches  Projekt  sie  durchführen  möchte.  Die  Wahl  fiel auf  Mode  aus Recyclingstoffen“, erinnert sich Katja Gries an den Start der Wettbewerbsidee im vergangenen Herbst.  „Einerseits  konnten  wir  somit  direkt  finanzielle Mittel  bei  der  Materialbeschaffung einsparen, andererseits gebrauchte Rohstoffe einem neuen Zweck zuführen“. Die Pädagogin nutzte die Themensetzung auch, um einen vollständigen Komplex an Unterrichtsinhalten zu vermitteln: „Die Schüler haben nicht einfach mal so drauflos gebastelt, wir haben uns zuvor mit  unter  anderem mit  Kunst-  und  Modegeschichte,  Designprozessen,  Zeichnungen  und Fotografie  und  dem  Analysieren  der  Formsprache  bekannter  Designer  beschäftigt“,  so die  engagierte Lehrerin.  
 
Die  Schüler  waren  zudem  mit  dem  Sammeln  geeigneter  Rohstoffe  beschäftigt:  Stoffreste, gebrauchte  CDs,  großvolumige  Plasteflaschen,  Pappkartons,Bahnen leichter  Plastefolie, dünne  Kunststoffschläuche,  Luftpolsterfolien,  Farbreste,  Knöpfe,  Schnallen,  ausgelesene Magazine  und  Zeitungen,  glitzernde Kunststoffplättchen,  Spiegelscherben,  überzählige Atemschutzmasken, Aluminiumfolien und vieles mehr kamen so zusammen. Ab Jahresende 2022 fertigten die Schülerinnen und Schüler aus den Recycling-Materialien ihre Upcycling-Kollektion. Als Basis für viele Modestücke dienten ebenfalls bereits ausgemusterte Teile aus den  Kleiderschränken  der  Lernenden  –  daraus  wurden  in  detailfreudiger  Handarbeit  zum Beispiel  bunte  Fantasieuniformen,  riesige  Hüte,  moderne Sportbekleidung  und  Taschen gefertigt.  
 
Alle Arbeiten haben einen aufsehenerregenden, futuristischen Look. Vielleicht nicht in jedem Falle  alltagsstauglich,  aber  immer  bunt  und  lebensfroh.  Highlights  sind die  Kleider  der Kollektion: Während Schülerin Analucia aus Schwarzenberg ein weit ausladendes Kleid mit südamerikanischen Anspielungen aus Papier, Leim und Farbe gefertigt hat, fügte die Erla-Crandorferin Julina aus Folienstreifen, entgrateten Spiegelscherben, Polsterfolien und Alufolie ein Hochzeitskleid mit meterlanger Schleppe zusammen. Mit dem leichten Ausgangsmaterial des Kleides waren einst schwere Holzbriketts verschnürt.  
 
Ihre Bewährungsprobe vor Publikum hatte die Kollektion der Schüler dann im Februar 2023: Eine Modenschau in der nahen Seniorenresidenz „Edelweiß“ Schwarzenberg kam bei den Bewohnern  sehr  gut  an.  „Einige  Bewohner  zeigten  uns,  wie  sie  aus  bereits  gebrauchten Materialien bereits eigene neuen Accessoires geschaffen haben“, erinnert sich Julina Lenk. „Eine ältere Dame präsentierte mir beispielweise ihre hübsche Tasche, die sie ebenfalls aus gebrauchten Materialien selbst genäht hatte“. Damit sei klar, so die Wirtschaftsgymnasiastin, dass Upcycling keine Altersfrage ist, sondern ob sich die Menschen tatsächlich ernsthaft auf die Wiederverwendung von Rohstoffen und aktiven Umweltschutz einlassen wollen. 

 

Hintergrund 
Der  Zweckverband  Abfallwirtschaft  Südwestsachsen  (ZAS)  ist  eine  Körperschaft  des  öffentlichen Rechts.  Das  Verbandsgebiet  erstreckt  sich  über  den Landkreis  Zwickau  und  den  Erzgebirgskreis. Verbandssitz ist in Stollberg. Zu den Aufgaben des ZAS gehören die Errichtung und Betreibung von  Abfallentsorgungsanlagen  im  Verbandsgebiet,  die  Gewährleistung  der  Entsorgungssicherheit  im Verbandsgebiet,  die  Abfallentsorgung  im  Erzgebirgskreis,  die Sanierung  der  Deponien  des Verbandsgebietes  nach  Stilllegung  und  deren  bedarfsgerechte  Nachsorge  sowie  die  Erstellung  der Abfallbilanzen. Weiterführende Informationen sind unter www.za-sws.de zu finden. Der Ideenwettbewerb „Einfälle für Abfälle“ findet im Schuljahr 2022/2023 erstmalig statt. Ziel des vom ZAS  ins  Leben  gerufenen  Projektes  ist  es,  zur  nachhaltigen  Entwicklung  des  Erzgebirgskreises beizutragen. Durch die Umsetzung der eingereichten Ideen soll die Wahrnehmung des Einflusses des Einzelnen  bzw.  von  Gruppen  auf  die  Gesamtmüllmenge  gesteigert  werden  und  gemeinsam pragmatische Ansätze zu Alternativen erarbeitet und prämiert werden. Das Projekt wird mit Mitteln des Freistaates Sachsen unterstützt. 

 

Ansprechpartner beim Wettbewerbsausrichter ZAS (Stollberg/Erz.)  
Birgit Baumann  
Bereichsleiterin beim Zweckverband Abfallwirtschaft Südwestsachsen  
b.baumann@za-sws.de   
 
Projektumsetzung „Einfälle für Abfälle“ 
unikumarketing (im Auftrag der ZAS) 
Mandy Werner (Projektleitung) | Frank Schmiedel (PR-Betreuung) 
Harkortstraße 7, D-04107 Leipzig 
Telefon: +49.341.14 96 96 47 
Fax: +49.341.26 18 233 
E-Mail: mandy.werner@unikumarketing.de | frank.schmiedel@unikumarketing.de  
Internet: www.unikumarketing.de  

 

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